Western Australia: Warum Dirk Hartog Island auf die Bucket List für 2019 gehört

Insel am Rande der Ewigkeit: Scheinbar mitten im Nirgendwo, gleich gegenüber vom westlichsten Punkt Australiens, etwa neun Stunden Autofahrt nördlich von Perth, liegt die einsame Wildnis von Dirk Hartog Island, unfassbar schön und verlassen zugleich. Hier vereint sich die von Kreidefelsen und Wüste geprägte Kargheit mit der Üppigkeit der türkisfarbenen, von Seegras-Tupfen gesprenkelten Weite des Indischen Ozeans. Nicht von ungefähr wurde Dirk Hartog Island auf die Liste des UNESCO Welterbes gesetzt: Mit ihrem Artenreichtum und ihrer Geschichte hat die Insel an der Korallenküste Australiens noch vielmehr zu bieten als eine Schönheit, die nicht von dieser Welt scheint. Und dann ist da noch der glückliche Zufall einer Liebesgeschichte, die dazu führte, dass heute fünf Personen die Insel dauerhaft bevölkern…  

Ursprünglich kam der damals 18-jährige Kieran Wardle auf Dirk Hartog Island um auf der Schaffarm seines Großvaters für eine Woche als Krankheitsvertretung auszuhelfen. Bald schon stellte sich heraus, dass er länger bleiben wird und so schrieb er eine Stelle für einen Camp-Koch aus. Daraufhin meldete sich die damals 19-jährige Tory, die noch mitten in ihrer Kochlehre steckte. Bevor das Jahr um war, waren Tory und Kieran vielmehr als Arbeitskumpel. „Womöglich war es die Romantik einer einsamen Insel, lange Strandspaziergänge und Campen unter freiem Himmel… wie die Dinge so kommen.“ erinnert sich Kieran lachend. 22 Jahre und drei Kinder später sind Kieran und Tory immer noch die Einzigen, die Dirk Hartog Island ihr festes Zuhause nennen.

2009 wurde die zur UNESCO Weltnaturerbe Region Shark Bay gehörende Insel dann zum Nationalpark erklärt. Zu dem Zeitpunkt hatten die Wardles bereits begonnen die Insel touristisch zu erschließen und der Weidewirtschaft allmählich ein Ende zu setzen. Heute dient die Insel als Arche Noah für seltene und gefährdete australische Tierarten: Das Projekt „Return to 1616“ sieht vor, die Vegetation und den Lebensraum auf der Insel in einen Zustand zurückzuversetzen, der dem gleicht, den der Entdecker der Insel, Dirk Hartog vor über 400 Jahren vorgefunden haben mag. Alle Schafe und fast alle Ziegen wurden von der Insel entfernt, ebenso ausgewilderte Katzen, die sich unkontrolliert vermehrt und das ökologische Gleichgewicht ins Wanken gebracht hatten. Dafür werden allmählich wieder diverse einheimische Tierarten wieder eingeführt, darunter auch Beuteltiere.

Der Insel mit ihren strahlend weißen, mit Myriaden von Muscheln übersäten Stränden, liegt ein ozeanisches Paradies zu Füßen, in dem es so bezaubernd wild und farbprächtig zugeht, wie es sich der Besucher im Vorfeld kaum auszumalen vermag. Dass es vor Meeresschildkröten, Rochen, Dugongs und Delfinen wimmelt, verwundert nicht und auch Wale schauen hier regelmäßig vorbei. Um die Insel findet sich das größte Seegrasvorkommen der Welt, 81 Vogel- und 27 Reptilienarten, von denen einige vom Aussterben bedroht waren, leben und über 250 heimische Pflanzenarten wachsen hier. Wen der Entdeckergeist ruft, zieht los mit dem Allrad-Wagen über die Sandpisten oder paddelnd auf dem Board oder im Kajak über die beinahe blendend grün-blau schimmernde Wasseroberfläche.

Die Wardles bieten Besuchern die Möglichkeit auf den Geschmack dieses Paradieses zu kommen. Das ehemalige Schafscherer-Quartier mit 3D Ozeanblick haben sie in eine Eco-Lodge mit einer vorgelagerten, grün bewachsenen Terrasse verwandelt. An der aus Treibholz gefertigten Bar in der offenen Küche sitzen Gäste, Freunde, Familie und sehen Tory – eine begnadete Köchin – beim Zubereiten ihrer Köstlichkeiten zu. Häufig hilft eines der Kinder mit. Allein beim Anblick der frisch gebackenen Scones, die zum Morning- oder Afternoon Tea gereicht werden, dürfte so manchen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zu diesem kulinarischen Highlight des Tages werden regelmäßig dann auch die Camper eingeladen, die auf dem Stückchen Land, welches den Wardles gehört, ebenso ihre Lager aufschlagen dürfen. Für die Gäste der nur sechs Schlafzimmer umfassenden Lodge zaubert Tory zum Mittag- und Abendessen frische, gesunde Mahlzeiten, die den Faktor Genuß nicht zu kurz kommen lassen: Keine Selbstverständlichkeit und für manche mitunter eine Überraschung in einer solchen Abgeschiedenheit.

Und wenn dann alle um die lange Tafel beim Essen zusammensitzen, stellt sich das Gefühl eines wiederhergestellten Gleichgewichts ein. Aus Fremden werden schließlich vertraute Gesichter, mit denen die Heiterkeit, wie der Wein und all das tagsüber in der Natur Erlebte geteilt wird.

„Hier in Shark Bay, wo die Wüste auf den Ozean trifft, herrscht eine besondere Energie. Uns ist es wichtig, dass wir die Leute mit dem Land, mit der Natur verbinden. Es geht darum diese nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren.“, erklärt Capes von Wula Gura Nyinda Tours, der Besucher auf die Insel bringt, um ihnen die Schätze des Naturraums aus der Perspektive eines Aborigines, mit den damit verbundenen Geschichten und Spiritualität, und damit ein Stückchen Ewigkeit näher zu bringen.

Für Selbstfahrer ist Dirk Hartog Island von Denham aus per Lastkahn zu erreichen, auf Anfrage und mit vorheriger Reservierung das ganze Jahr über. Wer sich ein exklusives, unvergessliches Erlebnis gönnen möchte, fliegt mit Shark Bay Aviation im Cessna nach Dirk Hartog Island und bewundert die ozeanische Pracht von oben.

Weitere Informationen online www.westernaustralia.com/de  und www.dirkhartogisland.com

Foto: Tourism Western Australia