Western Australia: Hund beschützt Dreijährige, nachdem sie im Outback verloren geht

24 Stunden ist ein dreijähriges Mädchen auf einer einsam gelegenen Viehstation in Western Australia spurlos verschwunden. Starkregen erschwert die Suche nach ihr, doch dann die Erlösung: Matilda ist wohlauf, beschützt von ihrem treuen Jack Russell.

In Teilen des Landes brennt es, in anderen verursacht der tropische Wirbelsturm Blake Starkregen und Überschwemmungen. Australien wird derzeit von Extremereignissen heimgesucht – Feuerwehr und Rettungskräfte arbeiten rund um die Uhr.

In dieser Situation verschwindet die dreijährige Matilda Moule. Ihre Eltern betreiben eine Viehstation, 70 Kilometer von Nullagine entfernt, 1400 Kilometer nördlich von Perth in Western Australia. 368.000 Hektar ist das Anwesen groß, deutlich größer als das Saarland.

Überschwemmungen erschweren die Suche

Es ist Mittwochnachmittag, als die Dreijährige beschließt, auf Wanderschaft zu gehen und das Gelände zu erkunden. Ihr treuer Hund Polly, ein Jack Russell, folgt ihr auf dem Fuß. Als die Eltern bemerken, dass die Kleine verschwunden ist, ist die Panik groß. Der tropische Wirbelsturm Blake hat endlich den heißersehnten Regen gebracht, doch der Starkregen hat Bäche und Billabongs gefährlich schnell anschwellen lassen. Große Teile der Station sind überschwemmt. Polizei und Helfer sind extrem beunruhigt.

Sollte Matilda in einen der überschwemmten Bäche gefallen sein, gäbe es wenig Hoffnung auf Rettung. Jede Minute zählt: Drei Hubschrauber, neun Polizeibeamte, acht Mitarbeiter des staatlichen Rettungsdienstes und sieben Reiter suchen verzweifelt nach dem Mädchen. Starker Regen erschwert die Suchbedingungen, die rote Erde hat sich in zähflüssigen Schlamm verwandelt.

Hund wich nicht von Matildas Seite

24 Stunden ist Matilda in der Wildnis, den Elementen ausgesetzt, als ein Hubschrauber sie und ihren Hund entdeckt – dreieinhalb Kilometer von zu Hause entfernt. Beide sind wohlauf, wenn auch hungrig, müde und kalt. Der Hund ist während des gesamten Martyriums nicht von Matildas Seite gewichen, hat sie beschützt und gewärmt.

„Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl“, sagte der Polizist Kim Massam, der das Suchteam leitete, dem lokalen Sender ABC. Sein Team sei einfach nur begeistert gewesen und er könne sich nicht vorstellen, wie erleichtert die Familie gewesen sein musste. Auf einem Foto, das die westaustralische Polizei auf Facebook veröffentlichte, sieht man eine völlig verschlammte Matilda in den Armen ihrer überglücklichen Eltern und ihrer Großmutter. Lokale Medien berichteten, dass das einzige, das die Dreijährige nach ihrer Rettung wollte, ein Glas Wasser und eine Umarmung ihrer Mutter waren.

Nach dem Buschfeuer-Horror endlich eine gute Nachricht

Die Polizei vermutet, dass Matilda durch einen der Bäche gewatet ist, als dieser noch ein Rinnsal war, doch dann stieg der Bach durch den Starkregen wohl rasch an und schnitt Kind und Hund den Rückweg ab. Die Beamten waren voll des Lobes für den kleinen Jack Russell, der die ganze Nacht über bei seiner kleinen Freundin im Freien geblieben war. „Dieser kleine Hund wird heute Abend der Star der Station sein“, hieß es vonseiten der Polizei.

In Australien, wo die Menschen seit Monaten vom Horror der Buschfeuer umgeben sind, verbreitete sich die gute Nachricht am Freitag wie ein Lauffeuer. „Es kommen gerade so viele schlechte Geschichten aus Australien, da ist es so gut, endlich mal eine zu haben, die ein gutes Ende genommen hat“, freute sich ein Internetnutzer.

(Barbara Barkhausen)