Western Australia: Archäologen entdecken Australiens erste Aborigine-Stätte unter Wasser

Bis zu 8.500 Jahre alte Artefakte auf dem Meeresboden vor der Küste der westaustralischen Pilbara-Region gefunden

Kernwerkzeuge, retuschierte Steinabschläge, Mahlsteine und zwei mögliche Schleifsteine – diese bis zu 8.500 Jahre alten Steingeräte haben Wissenschaftler bis zu 14 Meter unter dem Meeresspiegel rund um das Dampier-Archipel vor der Küste der westaustralischen Pilbara-Region gefunden. Die archäologischen Fundstätten unter Wasser sind die ersten ihrer Art in ganz Australien und geben Aufschluss über das Leben der frühen Aborigine-Stämme in der Region.

Gefunden wurden die Steinartefakte, die zwischen 7.000 und 8.500 Jahre alt sind, dank des Forschungsprojekts „The Deep History of Sea Country“, das vom Australia Research Council finanziert und von der im westaustralischen Dampier ansässigen Murujuga Aboriginal Corporation in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern durchgeführt wurde.

Mithilfe von Flugzeugen mit spezieller Fernerkundungs-Technologie konnten die Wissenschaftler topografische Karten des Meeresbodens erstellen, die sie dann nutzten, um Stellen zu bestimmen, an denen möglicherweise Artefakte vorhanden sein könnten. In einem Meeresbodenkanal in der Nähe von Cape Brugieres an der Nordspitze von Gidley Island machten sie nach vier Jahren Arbeit schließlich einen bedeutenden Fund: 269 Artefakte lagen hier in einer Tiefe von etwa zwei Metern. Radiokarbonanalysen und der gestiegene Meeresspiegel deuten darauf hin, dass die Artefakte vor mindestens 7.000 Jahren von Aborigines an diesem Ort zurückgelassen wurden, als das Gebiet noch über dem Meeresspiegel lag. Weitere Relikte wurden auch auf dem Meeresboden der Flying Foam-Passage zwischen Dolphin Island, Angel Island und Gidley Island gefunden, so z.B. ein Süßwasserbrunnen.

Für Peter Jeffries, Geschäftsführer der Murujuga Aboriginal Corporation, spielt das Forschungsprojekt eine wichtige Rolle bei den fortgesetzten Bemühungen, fehlende Puzzlestücke des reichen kulturellen Erbes in der westaustralischen Pilbara-Region zu erschließen: „Da es sich um Australiens erste archäologische Aborigine-Stätte unter Wasser handelt, war es aufregend zu hören, was die Forscher und Fachwissenschaftler mit ihrer fortschrittlichen Technologie und ihrem Wissen bergen konnten. Das hilft uns, das Leben der Menschen besser zu verstehen, die mit diesen Landstrichen, die jetzt unter Wasser liegen, so verbunden sind.“

Die Pilbara-Region in Begleitung eines Ureinwohners entdecken

Reisende, die mehr über die Kultur der Aborigines in der Pilbara-Region erfahren möchten, können an Land einen Ausflug mit Clinton Walker von Ngurranga Tours unternehmen, zum Beispiel in den Murujuga Nationalpark auf der Burrup-Halbinsel für einen Besuch in der wahrscheinlich größten Felsgalerie der Welt. Experten schätzen, dass es hier mehr als eine Millionen Felsgravuren gibt, sogenannte Petroglyphe. Besonders gut erhaltene und leicht zugängliche Rock Art finden Besucher in der Deep Gorge in der Nähe der Bucht Hearson Cove. Die in den Fels geritzten Motive zeigen zumeist menschliche Figuren, Tiere – darunter auch einen tasmanischen Tiger, Tierspuren und abstrakte Symbole. Wissenschaftler zählen diese wohl 40.000 Jahre alten Felsgravuren zu den ältesten Beispielen von Kunst weltweit. Da diese einzigartigen Stätten der Ureinwohner unersetzbare, kulturelle Ressourcen sind, wurden die Felsbilder auf der Burrup-Halbinsel im Juli 2007 unter Denkmalschutz gestellt.

Auch die schönsten Plätze im Millstream-Chichester Nationalpark können Besucher in Begleitung von Clinton Walker erleben und mehr über die kulturelle Bedeutung vieler Orte im Park für die Ngarluma und Yindjibarndi lernen, so zum Beispiel am Pythons Pool oder am Deep Reach Pool am Fortescue River. Wer möchte, kann mit Clinton auch eine Nacht im Busch campen, am Lagerfeuer Geschichten aus der Traumzeit lauschen und den Blick in den funkelnden Sternenhimmel fernab jeglicher Lichtquellen genießen.

Roadtrip durch die Pilbara-Region, immer der Regenbogenschlange hinterher

Auf dem „Warlu Way“ folgen Selbstfahrer von Exmouth am Ningaloo Reef bis nach Broome in der Kimberley-Region über 2.400 Kilometer den Spuren der sagenumwobenen Regenbogenschlange Warlu, die die uralte Landschaft der Pilbara geprägt hat und in den Geschichten der hier lebenden Aborigines eine wichtige Rolle spielt. Ein unbedingtes Must-Do in dieser noch immer weitgehend unbekannten westaustralischen Region ist der Karijini Nationalpark, einer der schönsten Nationalparks Down Under. Massive, tiefrot leuchtende Schluchten, Felsenpools mit kristallklarem Wasser und rauschende Wasserfälle prägen die Landschaft, die vor mehr als 2 Milliarden Jahren entstanden ist. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet Karijini so viel wie „kommt von weit her, ist sehr alt“. Die Quintessenz von Karijini erleben Besucher bei einer Canyoning-Tour mit West Oz Active. Und auch bei einer Übernachtung in der Glamping-Unterkunft Karijini Eco Retreat, die gleich mit einer Milliarde Sterne aufwarten kann, lässt sich der Zauber der Landschaft besonders intensiv spüren. Beste Reisezeit: April bis November.

Weitere Informationen zu den touristischen Highlights in der Pilbara-Region, inklusive Routenvorschlag:

www.westernaustralia.com/de/Itinerary/Karijini_und_die_Pilbara/5ad5e2b44023c8aa10982bcb

 

360° Info:

Western Australia bietet eine Vielzahl einzigartiger Urlaubserlebnisse. Der ideale Ausgangspunkt für eine Reise durch den größten Bundesstaat Down Under ist die westaustralische Hauptstadt Perth, die mit nur 17 Flugstunden vergleichsweise schnell von Europa aus zu erreichen ist. Die sonnenverwöhnte, boomende Millionenmetropole, die direkt an der Mündung des Swan River am Indischen Ozean liegt und regelmäßig unter die Top 10 der lebenswertesten Städte der Welt gewählt wird, überrascht regelmäßig mit ihrem „Wow-Faktor“. Perth lockt mit Szene-Kneipen, Rooftop-Bars, bunten Nachtmärkten, Food-Events, Street Art, dem größten Innenstadtpark der Welt und unvergesslichen Sonnenuntergängen an den 19 Stadtstränden. Jenseits der Stadtgrenzen erleben Reisende dann pinke Seen, rostroten Wüstensand, der auf das leuchtende Türkisblau des Indischen Ozeans trifft, schneeweiße Sandstrände, hoch aufragende Eukalyptuswälder, tiefe Schluchten, bizarre Felsformationen, rauschende Wasserfälle, riesige Rinderfarmen und über allem den funkelnden Sternenhimmel des Outbacks. So vielfältig wie die Landschaft Westaustraliens präsentieren sich auch die Abenteuer, die Besucher hier erleben, am besten bei einem Roadtrip, frei nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“. Zu den beliebtesten Strecken zählen der „Coral Coast Highway“ von Perth nach Exmouth, die „Great South West Edge“ und die legendäre Allradpiste „Gibb River Road“. Sie versprechen Selbstfahrer-Abenteuer vom Feinsten und führen Besucher zu westaustralischen Highlights wie dem Ningaloo Reef, dem weißesten Sandstrand Australiens in der Lucky Bay oder den unverwechselbaren Felsformationen der Bungle Bungles in der Kimberley-Region. Auch eine Tour mit Aboriginal Guide sollte auf dem Programm stehen, um einen Einblick in die uralte Kultur der Ureinwohner zu erhalten. www.westernaustralia.com