Während des Lockdown: Koala und Wombat werden beste Freunde

Inmitten der Corona-Pandemie hat sich in Australien eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Hope, der Wombat, freundete sich mit Koala-Dame Elsa an. Inzwischen sind die beiden Beutler unzertrennlich.

Als im März und April fast die gesamte Welt zum Stillstand kam, musste auch der Australian Reptile Park nördlich von Sydney seine Türen schließen. Doch während der besuchsfreien Zeit entwickelte sich in den Gehegen eine unerwartete Freundschaft: Ein Wombat und ein Koala wurden dicke Freunde und sind seitdem unzertrennlich.

„Eine ganz besondere Freundschaft“

Die Freundschaft entwickelte sich, da die Tierpfleger den Wombat in ein Gehege mit der Koala-Dame Elsa platzierten, während sie ihr Gehege putzten und frische Eukalyptusblätter und Wasser brachten. Schnell fiel ihnen dabei auf, dass Elsa und Hope häufig miteinander interagierten und sich bald mit einem täglichen „Eskimo-Nasenkuss“ begrüßten.

Beide Beutler waren von klein an per Hand aufgezogen worden, nachdem sie beide einen schwierigen Start ins Leben hatten und die Hilfe der Tierpfleger benötigten, um zu überleben. „Elsa ist jetzt etwas über ein Jahr alt“, sagte die Tierpflegerin Hayley Shute, die den kleinen Koala aufgepäppelt hat. „Hope ist ein kleiner Sonnenschein und wir wussten gleich, dass die beiden sich gerne kennenlernen würden.“ Es sei eine ganz besondere Freundschaft, die sich da entwickelt habe.

Buschfeuer töteten eine Milliarde Tiere

Die australische Tierwelt braucht gute Nachrichten, nachdem in den Buschfeuern in Australien über die Jahreswende über eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen ist, darunter zehntausende Koalas. In dem australischen Naturparadies Kangaroo Island soll mehr als die Hälfte der insgesamt 50.000 Koalas verbrannt sein. Über 8000 Koalas starben wohl auch im Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt. Vor allem um den Küstenort Port Macquarie ist eine wichtige Koala-Population stark dezimiert worden.

Das dortige Koala-Krankenhaus kämpfte über Monate, die Überlebenden zu versorgen und wieder gesund zu pflegen. Doch nach starken Regenfällen im Februar und März hat sich die Vegetation in den verbrannten Regionen inzwischen soweit wieder erholt, dass viele dieser überlebenden Koalas wieder in den Busch zurückkehren konnten.

Koalas und Wombats unter Druck

Koalas leiden seit Jahren unter der Zerstörung ihres Wohnraumes. Auch Hunde und Straßenverkehr bedrohen die Beutler, die 18 bis 20 Stunden am Tag schlafen. Zudem dezimiert die sogenannte Chlamydia-Infektion die Baumbewohner, die durch die Krankheit erblinden und unfruchtbar werden. Seit einigen Jahren machen auch die Folgen des Klimawandels das Leben der Koalas schwieriger. Extreme Temperaturen und langanhaltende Dürren machen den Eukalyptus, den die Koalas fressen, trockener und härter.

Auch der Wombat steht immer mehr unter Druck. Die Beutler, die ein wenig wie ein behaartes Schwein aussehen und dafür bekannt sind, würfelförmigen Kot auszuscheiden, sind von einer Art Krätze oder Räude befallen worden. Dabei setzen sich Parasiten, in diesem Fall Milben, unter die Haut der Tiere. Die Weibchen der Milben legen Eier, die ausschlüpfen. Als Folge fängt die Haut der Wombats an zu jucken, die Tiere müssen sich ständig kratzen und können kaum mehr schlafen. Irgendwann bilden sich Krusten wie Panzer, die sich – kaum dass sie aufbrechen – infizieren. Wird die Krankheit nicht behandelt, sterben die Wombats.

(Text: Barbara Barkhausen / Foto: Australian Reptile Park)