Urlauber stirbt beim Klettern am Uluru

Im Oktober 2019 wird der Uluru für Urlauber gesperrt. Ab dann ist der Aufstieg verboten, der bisher für viele Teil ihrer „Bucket List“ war. Auch ein 66-jähriger Japaner wollte das Heiligtum der australischen Ureinwohner noch schnell besteigen. Doch die Anstrengung der steilen und anstrengenden Wanderung kostete ihn sein Leben.

 Der Uluru ist ein gefährlicher Ort: Der Aufstieg ist schweißtreibend und bei Regen wird der Wanderweg zur gefährlichen Rutschpartie. 36 Menschen hatten ihr Leben bisher am Uluru verloren, der japanische Tourist wurde nun das 37. Opfer des roten Felsens im Outback.

Der 66-jährige Mann brach am Dienstag gegen 16 Uhr beim Aufstieg auf halbem Wege zusammen. Andere Kletterer versuchten noch, ihn wiederzubeleben – jedoch vergeblich. Ein Hubschrauber brachte den Urlauber in die nahe gelegene Yulara-Klinik, wo Mediziner ihn nur noch für tot erklären konnten.

Dutzende Todesfälle seit den 1960ern

Das Besteigen des Uluru ist seit 1966 möglich, als eine Kette installiert wurde, die den Weg markiert und Kletterern Halt gibt. Seitdem kamen jedoch Dutzende Urlauber ums Leben. Der letzte Todesfall hatte sich 2010 ereignet. Damals war ein Urlauber beim Abstieg zusammengebrochen und verstorben. Die meisten Opfer erlitten Herzinfarkte, wobei auch schon Kletterer abgestürzt sind.

Der Uluru, der auch Ayers Rock genannt wird, ist etwa fünf Autostunden von Alice Springs entfernt mitten im heißen Zentrum Australiens gelegen. Er ist ein sogenannter Inselberg, die Spitze einer Felsformation, die unter der Erde noch kilometerweit weitergeht. Der rote Felsen ist nicht nur eines der Wahrzeichen Australiens, sondern auch ein Heiligtum des lokalen Anangu-Volkes.

Uluru ist „kein Spielplatz oder Freizeitpark wie Disneyland“

Der Tod des Urlaubers kommt etwas über ein Jahr, bevor das Heiligtum ohnehin nicht mehr bestiegen werden darf. Ein Gremium aus acht Ureinwohnern und drei Repräsentanten der Nationalparkbehörde begründete das Verbot im November damit, dass der Uluru „kein Spielplatz oder Freizeitpark wie Disneyland“ sei. Schon jetzt bitten Informationstafeln darum, aus Rücksichtnahme auf die Ureinwohner den Uluru nur zu umwandern, nicht aber zu besteigen.

Neben der Todesfälle hat es auf dem Inselberg, der seit 1987 Weltkulturerbe ist, auch immer wieder Entgleisungen mancher Wanderer gegeben, deren Benehmen die Aborigines beleidigte oder verletzte. 2010 beispielsweise strippte eine französische Frau auf der Spitze des Berges und ließ sich im Bikini fotografieren.

Offizielle Sperrung ab Oktober 2019

Ab Oktober 2019 wird der Weg auf den Felsen offiziell gesperrt und die bisherige Kette, die den Weg markiert, entfernt. Wer dann den Uluru trotzdem noch erklettert, der macht sich strafbar. Laut Medienberichten soll das Vergehen mit zwei Jahren Gefängnis oder einer Strafe in Höhe von 60.000 australischen Dollar (38.000 Euro/44.000 Franken) geahndet werden.

Dass das Gremium das Verbot nicht sofort verhängt hat, sondern eine zweijährige Wartezeit eingeplant hat, begründet sich damit, dass die Entscheider Urlaubern, die ihre Reise bereits gebucht hatten, den Aufstieg noch ermöglichen wollten.

(Barbara Barkhausen)