Sanitäter erfüllen letzten Wunsch: Eiscreme mit Karamellsoße

Australische Sanitäter fuhren einen Umweg ins Krankenhaus, um den letzten Wunsch eines Todkranken zu erfüllen: Einen Eisbecher mit Karamellsoße. Ein Facebook-Post bewegt nun Menschen im ganzen Land.

„Wenn Sie essen könnten, was Sie wollten, was wäre es?“ Diese Frage stellten australische Sanitäter einem todkranken Mann auf dem Weg ins Krankenhaus. Ron McCartney hatte 17 Jahre mit Bauchspeicheldrüsenkrebs gekämpft. Die Sanitäter des Queensland Ambulance Service kannte er bereits gut. Doch diese Fahrt ins Krankenhaus sollte seine letzte werden. Darüber machte sich der 72-Jährige keine falschen Vorstellungen.

„Engel in Uniform“

Die Sanitäterinnen wussten, dass der Krebspatient seit Tagen kaum mehr gegessen hatte und so fragten die beiden Frauen ihn nach seinem Wunsch. „Ein Eisbecher mit Karamellsoße“, war McCartneys Antwort. Die beiden Sanitäterinnen – Kate Hanafy und Hanna Hoswell – erbaten in der Zentrale die Erlaubnis, einen Umweg ins Krankenhaus fahren zu dürfen. In einem Drive-Through-Lokal organisierten sie das Eis. „Er hatte ein breites Lächeln auf seinem Gesicht und seine Frau war zu Tränen gerührt“, sagte Hanafy.

Ein Foto, das Ron McCartney zeigt, wie er den Eisbecher im Krankenwagen sichtlich genießt, hat nun auf Facebook innerhalb weniger Stunden weit über Zehntausend Likes erhalten. Hunderte kommentierten die Geschichte und lobten die jungen Sanitäterinnen. Viele kommentierten, die Rettungskräfte wären „Engel in Uniform“. Der Vorfall ereignete sich bereits vergangene Woche, doch der Rettungsdienst veröffentlichte das Foto erst diese Woche, nachdem die Frau des Patienten den Sanitätern eine Dankesnachricht geschickt hatte.

Fürsorge – der „unsichtbare“ Aspekt

In dem Post schrieb der Rettungsdienst, dass sie alle „mit Demut und ein wenig Traurigkeit erfüllt“ gewesen seien, als sie die Nachricht erhielten, die deutlich mache, wie wichtig der „unsichtbare Aspekt“ des Berufes sei – die Fürsorge. Der Großteil der Arbeit sei, eine Hand zu halten, zuzuhören oder gemeinsam zu lachen, bestätigte eine weitere Sanitäterin in einem Kommentar. „Es ist zu einfach, sich auf das Blaulicht und die Sirenen zu konzentrieren“, schrieb Mellissa Keune. Das sei die wahre Bedeutung des Jobs.

Ron McCartney verstarb am Samstag, wie seine Tochter Danielle Smith in einem Kommentar zu dem Post schrieb. Sie dankte den Sanitäterinnen nochmals und schrieb: „Papa hat das so genossen und es war das letzte, was er alleine essen konnte.“ Sie erwähnte zudem, dass die Geste der beiden Frauen nicht die einzige gewesen sei, die ihre Familie gerührt habe. Vor mehreren Monaten hätte ihnen ein großer Sanitäter schon einmal geholfen, als sie Probleme hatten, den Vater aus dem Bett zu holen. Nachdem die Bahre nicht genutzt werden konnte, habe er ihn einfach hochgehoben und in seinen Armen getragen.

Letzter Wunsch: Ausflug zum Strand

Der gleiche Rettungsdienst hatte bereits im vergangenen Jahr weltweite Schlagzeilen gemacht. Damals erfüllte der Sanitäter Graeme Cooper einer Frau ebenfalls ihren letzten Wunsch und brachte sie auf einer Bahre zum Strand, um noch einmal das Meer zu sehen. Auch damals stellte der Rettungsdienst das Foto auf Facebook und es wurde Tausende Male geteilt, geliked und kommentiert.

In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ sagte Cooper damals, dass die Geschichte die Menschen inspiriert habe und sich viele bestätigt gesehen hätten, dass es immer noch Mitgefühl auf dieser Welt gebe. „Es sind so viele negative Nachrichten – über Schießereien, Bombenanschläge, Schlägereien oder Drogengeschäfte“, sagte er damals. „Da tut es gut, eine Geschichte über Mitgefühl zu hören.“

 

Links:

Allgemeiner Facebook-Link:

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Aktuelle Geschichte:

https://www.facebook.com/qldambulanceservice/photos/a.363410563690677/2062239340474449/?type=3&theater

Strand-Geschichte:

https://www.facebook.com/qldambulanceservice/posts/1703854822979571:0

Link Interview Welt:

https://www.welt.de/vermischtes/article170960269/Wie-diese-Sanitaeter-einer-Sterbenden-den-letzten-Wunsch-erfuellten.html

 

Text: Barbara Barkhausen, Photo Credit: Queensland Ambulance Service