Queensland: Hai beisst britischem Urlauber den Fuß ab, verletzt einen weiteren schwer

In Australien sind bei einem Hai-Angriff gleich zwei Männer schwer verletzt worden. Einem britischen Urlauber wurde der Fuß abgebissen, ein zweiter erlitt tiefe Bisswunden am Bein. Der Angriff geschah in einer Region im Nordosten des Landes, in der es im vergangenen Jahr schon mehrmals zu Attacken kam.

Türkisfarbenes Wasser, goldene Sandstrände – die Region der Whitsunday Inseln im Nordosten Australiens ist ein Urlaubsparadies. Die über 70 Inseln im Great Barrier Reef verlocken zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen. Doch in den vergangenen Monaten häufen sich Hai-Angriffe in der Region.

Fuß abgebissen

Am Dienstag wurden nun erneut zwei junge Männer schwer verletzt. Laut lokaler Medienberichte waren die Briten von einem Ausflugsboot aus ins Wasser gesprungen. „Einer der Männer wurde zuerst angegriffen und dann kam der Hai wohl zurück und griff den zweiten an”, sagte Tracey Eastwick vom Queensland Ambulance Service dem australischen Sender ABC.

Einer der Briten erlitt dabei tiefe Bisswunden am Unterschenkel, dem zweiten Mann riss der Raubfisch sogar den gesamten Fuß ab. Beide Männer konnten nach dem Angriff jedoch aus dem Wasser gezogen werden, bevor der Raubfisch sie noch schwerer verletzten konnte. Laut des Rettungsdienstes sind die beiden 22 und 28 Jahre alten Männer in ernstem Zustand, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr. Dies verdanken sie womöglich auch dem glücklichen Zufall, dass unter den anderen Urlaubern an Bord Sanitäter waren, die sofort erste Hilfe leisteten.

Kein Einzelfall in der Region

Die Whitsunday-Region war im vergangenen Jahr Schauplatz einer Reihe von Hai-Angriffen. Im November 2018 starb ein 33-jähriger Australier, der mit Freunden auf einem Paddelboard gefahren und danach ins Wasser gehüpft war. Obwohl seine Freunde und die herbeieilenden Rettungskräfte verzweifelt versuchten, den Mann zu retten, verstarb er wenig später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. „Er hatte sehr schwere Bisse, einen erheblichen Blutverlust sowie einen Herzstillstand erlitten“, sagte Ben McCauley von der Central Queensland Rescue damals gegenüber lokalen Medien.

Zuvor schon waren eine Frau sowie ein zwölfjähriges Mädchen in der gleichen Gegend angegriffen worden. Beide überlebten die Attacken, doch die Verletzungen der Zwölfjährigen waren so schwer, dass ihr Bein im Krankenhaus amputiert werden musste. Anfang des Jahres wurde dann ein 25-Jähriger am Hardy Reef, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Hamilton Island, am Oberschenkel gebissen.

Debatte über Haikontrolle

Die Angriffe lösten eine Debatte über Hai-Kontrolle in Queensland aus. Es wurden sogenannte Drumlines, eine Art Fangvorrichtung für Haie mit beködertem Haken, installiert. Naturschützer lehnen diese ab, nachdem neben den Haien auch viele Schildkröten und andere Meerestiere daran verenden. Sie sagen zudem, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gebe, dass tödliche Köder Haiangriffe verhindern würden. Im September zwang ein Gerichtsurteil den Staat dann auch, die umstrittenen Drumlines aus dem Great Barrier Reef Marine Park zu entfernen.

Zudem gibt es durchaus auch Methoden, die den Tieren selbst keinen Schaden zufügen. Neben Smart Drumlines, die Haie fangen und es ermöglichen, dass die Tiere danach wieder freigelassen werden, kommen in anderen Regionen Australiens auch Drohnen bei der Hai-Kontrolle zum Einsatz. Sie arbeiten mit KI-Technologie, die bis zu 16 verschiedene Arten von Meereslebewesen sowie andere Objekte wie Boote, Felsen und Menschen unterscheiden kann und dabei sechsmal besser als ein Mensch sein soll.

Barbara Barkhausen