Koala als Mitfahrer

Das gibt es nur in Australien: Ein Winzer in Südaustralien, der seine Autotür offen gelassen hatte, fand bei seiner Rückkehr einen Koala als Mitfahrer vor. Der hatte sich offensichtlich nach einem kühlen Plätzchen gesehnt.

Ein Selfie mit Koala – nicht im Zoo, sondern im Auto. So etwas hätte sich der australische Winzer Tim Whitrow nicht einmal in seinen Träumen ausgemalt. Als der Australier am Montag während der Traubenernte zum Weinberg fuhr, ließ er die Klimaanlage laufen und die Tür seines Autos auf.

„Es war ein heißer Tag mit 34 Grad und ich wollte, dass der Hund raus und rein konnte und nicht zu heiß im Auto wurde“, sagte Whitrow in einem Telefoninterview. Als er selbst wieder ins Auto stieg, ahnte er zunächst nicht, dass er noch einen weiteren Mitfahrer bekommen hatte – einen feisten Koala, der unvermittelt seinen Kopf hinter einer Kühlbox im Auto hervorstreckte. „Plötzlich sah ich die fluffigen Ohren hervorlugen”, berichtete Whitrow.

Kühle Luft am Bauch

Der Australier glaubt, dass der Beutler auf der Suche nach Abkühlung ins Auto kletterte. Denn dort waren nicht nur die Temperaturen deutlich angenehmer, Whitrow hatte auch Wasser für seinen Hund im Auto. „Hier war es in letzter Zeit sehr trocken und die einheimischen Tiere fanden nicht viel Wasser.“

Der Winzer versuchte, den vorwitzigen Koala, der auch keine Angst vor seinem Hund zu haben schien, wieder aus dem Auto zu locken. Doch der Beutler ignorierte die freundlichen Aufforderungen des Mannes. Ihm gefiel es so gut im Auto, dass er letztendlich sogar aufs Armaturenbrett kletterte und sich dort direkt an die Klimaanlage kuschelte, wohl um sich die kühle Luft auf den Bauch pusten zu lassen.

„Cooles Erlebnis“

Insgesamt war der Koala etwa fünf Minuten im Auto, erzählte Whitrow. Nachdem er aber partout nicht von alleine aussteigen wollte, musste der Australier ihn am Kragen packen und nach draußen heben. Dort suchte der Koala dann aber doch das Weite und verschwand im Gebüsch.

„Alles in allem war er ziemlich entspannt und nicht aggressiv”, sagte Whitrow. Nur einmal habe er ihm eins mit der Pfote gewischt – so nach dem Motto: „Lass mich in Ruhe.“ Insgesamt sei das Ganze aber ein „cooles Erlebnis“ gewesen. Auch die Kratzer am Armaturenbrett will der Australier als Andenken behalten und nicht reparieren lassen.

Koalas liefern häufiger lustige Nachrichten

Dies ist nicht die erste witzige Geschichte mit einem Koala. 2014 amüsierte sich Australien beispielsweise über einen Koala in Polizeigewahrsam. Seine Mugshots wurden damals zur Internetsensation. Im Polizeibericht hieß es damals, ein Polizist habe den Koala dabei beobachtet, wie er in einem Vorort von Sydney immer wieder in den Verkehr gelaufen sei.

„Senior Constable Barry stoppte und sprach mit dem Koala über die Gefahren, über mehrere befahrene Spuren zu laufen“, schrieben die Beamten damals auf Facebook. Barry habe den Koala verwarnt und aufgefordert, weiter zu gehen. Als dieser jedoch die Befehle der Polizei nicht befolgen wollte und auch weitere Verwarnungen starrköpfig ignorierte, habe die Polizei schließlich die Verfolgung aufgenommen. „Der Koala wurde letztendlich verhaftet und zur Sicherheit in einem Polizeiwagen platziert“, schrieben die Polizisten, den australische Medien damals zum „lustigsten Polizeibericht aller Zeiten“ kürten.

Barbara Barkhausen

Fotos und Videos Koala im Auto unter:

https://www.facebook.com/tim.whitrow