Innovation aus DownUnder: Diese „Müllsocke“ hilft, Flüsse sauber zu halten

Tonnen an Plastikmüll werden über Bäche und Flüsse in die Weltmeere gespült. Eine einfache australische Erfindung sammelt den Müll bereits am Abflussrohr ein. Eine Gemeinde in Western  Australia erhält seit einem Social-Media-Post Anfragen aus aller Welt.

Vor allem nach heftigen Regenfällen werden oft Berge an Müll in die Abflüsse gespült. Bäche und Flüsse transportieren den Abfall weiter bis ins Meer. Schätzungen gehen allein von acht Millionen Tonnen Kunststoff aus, die jedes Jahr in den Ozeanen landen. Bis 2050 könnte es so mehr Plastik als Fische in den Meeren geben.

Eine simple australische Erfindung könnte nun zumindest die Unmengen an Müll aufhalten, die über Abflussrohre in Bäche und Flüsse geschwemmt werden.

25 Millionen Reaktionen auf Facebook

Seit etwas über einem Jahr hat die westaustralische Stadt Kwinana südlich von Perth Netze an den Mündungen zweier Regenwasserkanäle angebracht, um Abfälle und Trümmer, die nach einem Sturm in die Kanäle gespült werden, einzufangen.

Nachdem die Gemeinde Bilder der „Müllsocken“ im vergangenen Jahr auf Facebook gepostet hat, hat sie internationales Interesse erregt. „Wir bekommen jede Woche bis zu fünf Telefon- oder E-Mail-Anfragen aus aller Welt von Austin, Texas, zu den Philippinen, Saudi-Arabien, Sambia und Neuseeland“, sagte Carol Adams, die Bürgermeisterin von Kwinana, dem lokalen Sender ABC. Mehr als 25 Millionen Menschen hätten alleine auf das Bild bei Facebook reagiert.

Einfaches Konzept mit großer Wirkung

Die westaustralische Stadt mit rund 42.000 Einwohnern gibt nun deutlich weniger Geld aus, um den Müll manuell aus ihrem Bachsystem zu entfernen. „Ich denke, einige der besten Ideen entstehen aus den einfachsten Konzepten“, sagte die Bürgermeisterin.

Die „Abflusssocke“ herzustellen, ist nicht besonders teuer: Im Endeffekt ist es nur ein großes Netz, das am Rohr befestigt wird. Der gesammelte Müll wird letztendlich entsorgt, getrocknet, sortiert und recycelt. „Im vergangenen Winter hat die Wartungsmannschaft 370 Kilogramm Müll und Schutt weggebracht, die ansonsten in Naturreservate gelangt wären“, sagte Adams.

Ein Mülleimer für das Meer

Die „Müllsocke“ ist nicht die erste schlaue Erfindung aus Australien, die Gewässer sauberer machen soll. Zwei australische Erfinder haben auch einen automatisierten Mülleimer zur Reinigung der Ozeane erfunden. Das System soll vor allem in Hafenbecken aufräumen. Mittels einer Pumpe werden Müll, Öl oder Reinigungsmittel in den „schwimmenden Eimer“ eingesaugt.

Die Funktionalität des „Meeresmülleimers” ist im Prinzip einfach: Die sogenannte Seabin wird an einem Dock verankert und im Wasser versenkt. Über das Dock werden die Eimer mit Strom versorgt und so eine Wasserpumpe im Inneren der Seabin angetrieben. Die Pumpe kreiert einen Wasserstrom, der Müll, Trümmer, Öl und Reinigungsmittel, die im Wasser schwimmen, in den Eimer saugt. Ein Stoff-Müllbeutel fängt den Müll im Inneren auf, lässt aber das Wasser durch, das über die Pumpe wieder in den Hafen geleitet wird. Fische oder andere Meerestiere sollen laut Aussage der Hersteller nicht eingesogen werden.

Text: Barbara Barkhausen, Foto: Seabin