Great Barrier Reef: Besucher müssen künftig Schwimmwesten tragen

Zehn Menschen sind 2016 beim Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen am Riff gestorben. Jetzt haben die australischen Behörden neue Sicherheitsmaßnahmen verhängt. Künftig sollen gefährdete Schwimmer, Schwimmwesten tragen.

Das Great Barrier Reef ist neben der Sydney Oper und dem Uluru eine der Hauptsehenswürdigkeiten Australiens. Das Riff, das sich über 2300 Kilometer an der Küste des Bundesstaates Queensland entlangzieht, ist das größte der Erde. 2900 Einzelriffe, 1500 Fischarten und 400 Korallentypen ziehen jedes Jahr über zwei Millionen Besucher an.

Zehn Todesfälle in einem Jahr

Zwischen den bunten Fischen und Korallen zu tauchen und zu schnorcheln, steht bei vielen Menschen auf der „Bucket List“, sprich es ist einer ihrer Lebensträume. Für zehn Menschen, darunter vier ausländische Touristen, wurde dieser Traum 2016 jedoch zum Albtraum. Sie ertranken beim Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen.

Deswegen haben die australischen Behörden nun neue Sicherheitsregeln für das Great Barrier Reef verhängt. Künftig werden Besucher des Riffs gezwungen sein, Schwimmwesten zu tragen, wenn sie von Tourismusanbietern als „gefährdete“ Schwimmer eingestuft werden, wie es in den neuen Sicherheitsregulierungen heißt. Schnorchel- und Tauchgänge finden in der Regel von organisierten Bootstouren aus statt, die die Urlauber in die Nähe des Riffes oder der Inseln am Riff bringen.

Doppelt gesichert: Schwimmweste und Partner

Unter den Begriff „gefährdete Schwimmer“ können ältere, unerfahrene oder körperlich unfitte Schwimmer fallen. Solche müssen die Touranbieter künftig identifizieren und mit Schwimmwesten ausstatten. Außerdem sollen solche Schwimmer mit einem Partner gepaart werden, der im Notfall um Hilfe rufen kann. Sämtliche Boote sollen künftig auch einen Defibrillator an Bord haben.

Laut der australischen Behörden sind bisher mehr Menschen beim Schnorcheln als beim Tauchen gestorben. Als Ursachen wurden mangelnde Fitness und Unerfahrenheit beim Schwimmen genannt. Das Risiko stieg mit zunehmendem Alter und Vorerkrankungen an.

Fahrprüfung für Urlauber?

Während die Behörden die Sicherheitsbestimmungen am Riff bereits verschärft haben, ist auch die Sicherheit auf der Straße in Diskussion. Hier wurde im Januar eine Fahrprüfung für Urlauber vorgeschlagen. Dazu gibt es bisher jedoch keine Beschlüsse. Aufgekommen war die Debatte nach mehreren schweren Unfällen in der Ferienzeit. Eine australische Politikerin plädierte deswegen für strengere Regeln für Touristen, die in Australien ein Auto mieten wollen.

Besonders schwer betroffen ist in diesem Fall die Region der Great Ocean Road im Bundesstaat Victoria, die aufgrund ihrer Ausblicke, nahegelegenen Nationalparks und berühmten Felsformationen bei Urlaubern beliebt ist. Mitte Dezember starb beispielsweise ein europäischer Urlauber, nachdem er auf der falschen Straßenseite fuhr und dabei mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenstieß.

Neben einer möglichen Fahrprüfung vor der Automiete wurden auch Vorschläge diskutiert wie „Links fahren“-Aufkleber an Mietautos, Informationshefte für Urlauber über die Verkehrsregeln in Australien oder Pflicht-Videos, die jeder Autofahrer anschauen muss, bevor er ein Auto mieten darf.

(Barbara Barkhausen)