Aboriginals

Kultur der Aborigines: Viel mehr als „nur“ Boomerangs und Didgeridoos

Vor rund 60.000 Jahren erreichten die ersten Menschen Australien, wahrscheinlich aus Indonesien. Über viele Jahrtausende prägten die australischen Ureinwohner das Land und das Land prägte sie. Bevor die Holländer im 17. Jahrhundert vor der Westküste Australiens auftauchten – und später die Sträflinge und Siedler aus Großbritannien – entwickelten die Aborigines eine Kultur, deren Wert  erst in den letzten Jahren in seiner ganzen Vielfalt wirklich geschätzt wird. Die Zeit vor der Ankunft der Weißen wird von Aborigines auch als Traumzeit bezeichnet.

Am besten lässt sich die Kultur auf Wanderungen mit Aborigines durch den Busch erfahren. Dabei lernt man aus den Erzählungen der ortskundigen Begleiter einerseits, welchen Nutzen Pflanzen, Tieren und Landschaft haben und andererseits auch deren spirituelle Bedeutung. Oft haben die Guides auch ein ganz besonderes Gespür, seltene Tierarten aufzuspüren und so eindrucksvolle Fotos der australischen Fauna zu ermöglichen. Man kommt dem Land und seinen Leuten auf diesen geführten Wanderungen, die von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen reichen, auf vielerlei Art näher. Unter den Guides gibt es mittlerweile regelrechte Stars, über die in AUSTRALIEN-INFO auch immer wieder berichtet wird.

An vielen Stellen haben die Aborigines auf Felsen gemalt, was sie ihrem Stamm und den nächsten Generationen an Wissen vermitteln wollten, oder es werden Figuren in bestehende Felsformationen hinein interpretiert. Am heiligen Berg im roten Zentrum, dem Uluru (Ayers Rock), gibt es Wasserlöcher, die auch in Zeiten großer Trockenheit nicht versiegen. Darauf deutet das Symbol der Regenbogenschlange auf dem Felsen auch hin. Im Kakadu Nationalpark im australischen Orden verwendeten sie dafür einen Stil, der an Röntgenbilder erinnert, andernorts sind es oft faszinierende Gebilde aus Punkten. In Alice Springs finden sich die meisten Kunstgalerien der Ureinwohner. Eine exzellente Auswahl gibt es an vielen Orten, gerade auch in Kombination mit den Museen zur Kunst der Ureinwohner, die es in jeder der größeren australischen Stadt zu sehen gibt. Einige Galerien im deutschsprachigen Raum haben sich zu exzellenten Botschaftern der Kunst der Aborigines hierzulande entwickelt. In Deutschland bietet die Australien-Ausstellung im Grassi-Museum in Leipzig eine hervorragende Kollektion.

Bei Aufenthalten in Dörfern der Aborigines kann man lernen, wie Boomerangs und Klanghölzer (Didgeridoos) hergestellt werden, beispielsweise in Iga Warta in den Flinders Ranges (South Australia). Neville Poelina erklärt seinen Besuchern im Oongkalkada Wilderness Camp in Udialla Springs im nördlichen Westaustralien, wie die Aborigines in Flüssen fischen und was der Busch als Apotheke alles vorrätig hat. Je nach Interesse kann man sich bei seiner Australienreise sportlich, musikalisch oder auch medizinisch weiterbilden.

Zahlreiche Pflanzen sind unter Feinschmeckern als Gewürze beliebt. Dafür hat mit Mark Olive, ein Koch mit Aborigines-Wurzeln gesorgt, der weltweit als Botschafter der Outback-Küche gilt. Seine Fernsehsendung „Outback Chef“ war auch schon in Deutschland zu sehen. Einige Pflanzen haben darüber hinaus auch Heilwirkungen. Es gibt als viel zu entdecken. Auf einer Führung mit Aborigines-Führern wird man dafür sensibilisiert alle Sinne zu nutzen – Australien zu sehen, zu riechen, zu spüren und auch zu schmecken. Es lohnt sich.

Info

Literatur-Tipps

GEO Epoche 36/2009: Australien (http://goo.gl/XrCLQ)
Von Aborigines und Traumpfaden, von Sträflingen und Kolonisten. Die Geschichte des Fünften Kontinents

Australia Walkabout (http://goo.gl/dPrXs)
Deutsche Übersetzung eines mehrfach preisgekrönten Führers mit über 350 touristischen Anbietern für Begegnungen mit Aboriginals inklusive ausführlich kommentierter Tipps für Kunstausstellungen, Filme, Musik, Didgeridoo-Workshops und Restaurants sowie zu Veranstaltungen.